Katinger Watt und Heider KreistannenAuf unserer Mitgliederversammlung am 28.06.23 konnten wir in der Försterei Drelsdorf der SHLF und den Kreisforsten Ditmarschen Einblicke in die besonderen Herausforderungen der Waldwirtschaft an der Westküste Schleswig-Holsteins gewinnen.
Wir waren zu Gast bei Herrn Dreier im Katinger Watt und bei Herrn Vetter in den Heider Kreistannen.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmal bei den Gastgebern für die interessanten Exkursionen bedanken.
Im Katinger Watt stellte uns Matthias Dreier die Entwicklung vom Watt zum Wald vor. Nach dem Bau des Eidersperrwerks wurden Teile des eingedeichten Watts von 1974 bis 1981 aufgeforstet. So entstand mit etwa 300 Hektar in Nordfriesland einer der größten Feuchtwälder Schleswig-Holsteins mit Au- und Bruchwaldflächen.
Zunächst wurden vorrangig als Ziele Walderholung und Waldwirtschaft gesetzt. Die besondere Lage mit seinem einzigartigen Wasserhaushalt und der Häufigkeit und Intensität von Stürmen und Orkanen hat mit der Zeit zu einer Neuausrichtung zu mehr Waldnaturschutz und Walderholung und eine darauf abgestimmte Waldpflege geführt.
Zu den Zielen der zukünftigen Entwicklung bei einem zu erwartenden Meeresanstiegs, aber auch zu der vorhandenen Vielfalt an Baum- und Straucharten und den Möglichkeiten einer Waldwirtschaft fanden rege Diskussionen statt. Hierbei wurden insbesondere die Meinungen zur zukünftigen Rolle der Eiche und der natürlichen Sukzession vorgetragen. Der Gedankenaustausch zeigte auf, dass das Katinger Watt eine besondere Bedeutung für uns Förster als Beispiel für die Beobachtung von Waldentwicklungen in Au- und Feuchtwäldern hat.
Danach ging es nach Ditmarschen. Der Kreis ist mit 3,3 % Waldanteil die waldärmste Region Deutschlands. Die Marsch und Geest sind hier weitgehend waldlos. Eine der wenigen Waldflächen sind die Kreistannen von Heide.
Hier wurden wir von Christof Vetter empfangen. Christof Vetter ist als Förster des Kreises Ditmarschen einerseits für 750 Hektar Kommunalwald verantwortlich und andererseits betreut er des weiteren im Auftrag der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holsteins etwa 2000 ha kleine Privatwälder.
Die Heider Kreistannen sind überwiegend Fichtenbestände, die sich durch Stürme und Borkenkäfer auflösen. Als Naturverjüngung etabliert sich erneut Fichte.
An mehreren Exkursionspunkten diskutierten wir die Möglichkeiten Mischbaumarten einzubringen. Eine möglichst frühe Etablierung von Schattbaumarten und ein gezielter Schutz von Hähereichen wurden favorisiert. Ein weiteres Thema war die Rolle der Traubenkirsche. Hier zeigte die Diskussion ein Umdenken von völliger Entnahme der Traubenkirsche zu einer moderaten Beteiligung als Pionierbaumart.
Den Abschluss des Tages bildeten ein gemeinsames Essen und unsere alljährliche Mitgliederversammlung.
